3DEXPERIENCE World 2026: Die wichtigsten Neuigkeiten – und was sie im Alltag bringen.

Unser Bild zeigt das Team von Bechtle PLM vor Ort in Houston – Kolleg:innen, die die 3DEXPERIENCE World 2026 nicht nur besucht, sondern aktiv gelebt haben: Sessions, Gespräche, Hands‑on‑Workshops, und vor allem jede Menge Austausch über die Rolle von KI im Engineering‑Alltag. Genau diese Eindrücke haben wir hier für Sie kompakt aufbereitet: die wichtigsten Neuigkeiten der drei Tage – und vor allem, was sie konkret für Ihre Arbeit bedeuten.
Künstliche Intelligenz als „Companion“ statt Black Box.
Die 3DEXPERIENCE World 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Dassault Systèmes eine klare Vision verfolgt: Nicht „KI statt Ingenieur:in“, sondern „KI mit Ingenieur:in“. Künstliche Intelligenz soll künftig als intelligenter Begleiter im Engineering agieren – nicht als Ersatz. Das betonen auch Pascal Daloz (Chief Executive Officer, Dassault Systémes) und Manish Kumar (SOLIDWORKS CEO | R&D Vice President, Dassault Systémes) in Ihren Keynotes: KI darf nicht als Black Box auftreten, sondern muss transparent arbeiten, Entscheidungen begründen und gemeinsam mit Fachkräften weiterentwickelt werden.
Die drei neuen KI‑Companions:
Die strategische Kontextmanagerin. Sie verknüpft Anforderungen, CAD‑Daten, Simulationsergebnisse und Fertigungsaspekte und verhindert so Informationsverluste entlang des gesamten Entwicklungsprozesses.
Der operative Engineering‑Companion. Er unterstützt bei mechanischen Aufgaben, führt Simulationen durch, testet Bewegungsabläufe und automatisiert wiederkehrende Tätigkeiten – ohne Fachkräften die Kontrolle zu entziehen.
Das wissenschaftliche Fundament. Mit Kenntnissen in Materialwissenschaft, Chemie und Regularien stärkt sie insbesondere regulierte Branchen, indem sie Entscheidungen mit belastbarer Evidenz unterfüttert.
AURA, LEO und MARIE arbeiten nicht isoliert, sondern als abgestimmte Einheit. So entsteht ein durchgängiger KI‑Workflow von der Problemdefinition über die Lösungserarbeitung bis zur Validierung – ein multidisziplinärer KI‑Co‑Pilot, der zentrale Pain Points realer Engineering‑Umgebungen adressiert.
NVIDIA x Dassault Systèmes – Die neue Industrial‑AI‑Ära.
Am zweiten Konferenztag rückte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Dassault Systèmes und NVIDIA als Schlüsselelement für die Zukunft industrieller KI in den Fokus. Jensen Huang (CEO von NVIDIA) formulierte dabei eine klare Vision: Die nächste industrielle Revolution basiert auf „Physical AI“ – also KI, die auf Physik, Engineering‑Daten und real validierten Modellen aufsetzt.
Kernpunkte der Partnerschaft und was sie für Sie bedeuten:
Virtual Twins werden mit KI‑Funktionen und beschleunigter Rechenleistung verbunden. Simulationen und Optimierungen laufen künftig deutlich schneller, da GPU‑Pipelines die Rechenzeiten massiv reduzieren.
Physikbasierte, datengetriebene und industrienah geprüfte Modelle bilden die Grundlage für KI‑Entscheidungen. Diese werden dadurch zuverlässiger, weil sie auf physikalisch validierten Modellen statt auf rein statistischen Schätzungen basieren.
Die Architektur ist branchenübergreifend einsetzbar – vom Engineering über Fertigung bis hin zu Biotechnologie und Materialwissenschaft. Virtual Twins entwickeln sich zu aktiven Entscheidungsinstanzen, die reales Systemverhalten vorausschauend abbilden – unabhängig vom Einsatzfeld.
Die Kooperation hebt sich auf ein neues Niveau, indem Engineering‑Know‑how und GPU‑Beschleunigung enger verzahnt werden. Das schafft mehr Integrationsreife, bessere Performance und langfristige technologische Stabilität.
Die Kombination aus GPU‑Compute‑Power und Engineering‑Intelligenz hebt KI vom Assistenzsystem zum Mitgestalter komplexer Lösungen — und damit zum integralen Bestandteil industrieller Entscheidungsprozesse.
Welche Rolle GPU‑Leistung heute schon in der täglichen CAD‑ und Simulationstätigkeit spielt, zeigen wir in unserem ausführlichen Testbericht zum HP ZBook Fury mit NVIDIA RTX und SOLIDWORKS – inklusive realer Benchmark‑Ergebnisse.
Revolutionäre Workflows: Vom PDF zur parametrischen Geometrie und Simulation in Sekunden.
Eine der beeindruckendsten Demonstrationen: LEO erzeugt aus einer 2D‑Zeichnung oder einem PDF in Sekunden ein vollständig parametrisches 3D‑Modell. Titelblöcke werden automatisch entfernt, isometrische Ansichten ignoriert, Bemaßungen präzise interpretiert. Das spart nicht nur enorm viel Zeit, sondern reduziert auch Fehler. Das ist besonders wertvoll für:
- Unternehmen mit großen Bestandsdatenarchiven
- Zulieferer, die häufig nach alten Zeichnungen neu modellieren
- Design‑to‑Manufacturing‑Teams, die Altdaten digitalisieren
Zweiter Wow‑Moment: Surrogate‑Modeling. Statt auf klassische FEM‑Läufe zu warten, stützen sich KI‑gestützte Simulationen auf historische Simulationsergebnisse, Versuchsplanung (Design of Experiments) und automatisch erstellte Regressionsmodelle. Das bedeutet:
- Simulationen laufen nahezu in Echtzeit, auch bei komplexen Geometrien
- Parameter‑Variationen werden drastisch beschleunigt
- Iterationen können in der frühen Designphase vervielfacht werden
Surrogate‑Modeling ersetzt keine vollwertige FEM in sicherheitskritischen Kontexten – es ist der Turbo für die Konzeptphase, nicht für die finale Freigabe.
Community-Power: Sessions, Keynotes, Playground, AAKRUTI & mehr.
Auch abseits der Keynotes bot die 3DEXPERIENCE World 2026 ein starkes Programm:
- Mehr als 250 Sessions zu Konstruktion, Simulation, Fertigung, Cloud‑Workflows & Datenmanagement
- Hands‑on Workshops mit realen Modellszenarien
- Zertifizierungs‑Examen – weiterhin kostenlos für Teilnehmer:innen
- Model Mania & Model Mania Xtreme im Playground
- EDU Zone, Maker Zone, Kunden‑Showcases und Start‑ups
- AAKRUTI International Student Design Competition – eines der Highlights, weil junge Talente ihre Lösungen live präsentieren
- Austauschformate wie Women in Tech Breakfast oder First‑Timer‑Runden für gezieltes Networking
Die 3DEXPERIENCE WORLD 2026 hat abgeliefert.
Jetzt gilt: aus Impulsen Routinen machen – damit KI nicht „Zukunft“ bleibt, sondern Standard im Arbeitsalltag wird. Der nächste Schritt ist klein und wirkungsvoll: Use‑Case wählen, Daten klären, validieren – starten. Wer mitziehen will: Wir sind bereit!



