15.01.2026
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6 Schritte, um Ihre CNC-Fertigung zu optimieren.

Ihre Fertigung kämpft mit Stillständen, Datenchaos und Zeitverlusten? Unser Praxisbeispiel von Müller CNC Solutions zeigt, wie Sie mit sechs klaren Schritten Transparenz schaffen, Abläufe stabilisieren und Ihre CNC-Fertigung nachhaltig optimieren.
Jennifer Lang Bechtle PLM
Jennifer Lang
Leuchtendes Zahnrad wird von hochmodernen Maschinen in einer Hightech-Industrieumgebung verarbeitet

Die Auftragsbücher sind voll, aber die CNC-Fertigung kommt nicht hinterher: In der Halle unseres fiktiven Unternehmens Müller CNC Solutions herrscht Hektik. Maschinen stehen still, weil Material fehlt. Konstruktion und Arbeitsvorbereitung arbeiten mit unterschiedlichen Daten.

Die Softwarelandschaft ist ein Flickenteppich. Daten werden doppelt erfasst. Fehler schleichen sich ein – und kurzfristige Änderungen kosten Stunden.

Dazu kommt der Fachkräftemangel. Weniger erfahrene Mitarbeitende, mehr komplexe Maschinen. Wer seine CNC-Fertigung optimieren will, braucht jetzt einen klaren Plan – und den Mut, Dinge anders zu machen.

Schritt 1: Ist-Prozesse analysieren.

Bei Müller CNC Solutions beginnt alles mit einem klaren Ziel: verstehen, wo die Probleme liegen. Keine neuen Maschinen – erst einmal Transparenz schaffen.

Das Team setzt sich zusammen. Auf dem Tisch liegen Ausdrucke von Aufträgen, handgeschriebene Notizen und Excel-Listen. Jeder Bereich arbeitet bisher mit eigenen Daten. Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung sprechen nicht dieselbe Sprache.

Jetzt kommt das neue System ins Spiel. Sensoren an den Maschinen erfassen Laufzeiten und Stillstände. Die Daten fließen in ein Dashboard. Auf einem großen Bildschirm sieht das Team zum ersten Mal die Realität:

  • Maschine 3 steht seit 45 Minuten still – Grund: fehlendes Material.
  • Werkzeugwechsel dauern im Schnitt 12 Minuten – viel zu lang.
  • Ausschussquote bei Auftrag 102 liegt bei 8 Prozent.

Die Stimmung im Raum? Eine Mischung aus Überraschung und Erleichterung. Endlich gibt es Fakten statt Vermutungen.

Extra-Tipp für kleinere Betriebe.

Sie müssen nicht sofort ein großes MES-System einführen. Starten Sie mit einfachen Lösungen: digitale Datenerfassung, Prozessvisualisierung oder IoT-Dashboards. So erkennen Sie Potenziale, ohne große Investitionen.

Schritt 2: Werkzeuge und Materialen standardisieren.

Jetzt geht es ans Eingemachte: Im Besprechungsraum liegen Werkzeugkataloge, Musterhalter, Ausschussteile. Alle wissen: Wenn die Werkzeuge nicht passen, spielt es keine Rolle, wie gut die Maschine ist.

Bald wird klar: Einige Fräser laufen im falschen Material, andere weit über Lebensdauer – Bestände sind unklar. Das Team beschließt: Wir brauchen Ordnung – digital und physisch.

Gemeinsam erstellen sie eine zentrale Werkzeugbibliothek. Jedes Werkzeug bekommt eine eindeutige Identität, inklusive Geometrie, Schnittdaten, Einsatzmaterialien und 3D‑Modellen für die Simulation. Für die Werkzeugschränke in der Werkstatt führt Müller CNC Solutions ein einfaches System mit Barcodes ein. Die Mitarbeitenden können so direkt am Schrank prüfen, was verfügbar ist – ohne langes Suchen.

Und das Team merkt: Werkzeuge werden schneller gefunden. Die Maschinen laufen stabiler. Alle arbeiten mit derselben Datenbasis. Aus dem Chaosfaktor wird ein Wettbewerbsvorteil.

Schritt 3: CAD und CAM verbinden.

Jetzt rückt eine weitere Schwachstelle in den Fokus: das Datei-Ping-Pong von Konstruktion und Programmierung. Das Team entscheidet sich für einen durchgängigen digitalen Fluss zwischen Konstruktion (CAD) und virtueller CNC-Programmierung (CAM). Kein Hin und Her mehr, keine Exporte, keine Dateien, die irgendwo im Netzwerk liegen. Stattdessen wird das 3D‑Modell direkt dort bearbeitet, wo später auch die Werkzeugwege entstehen.

Sie starten mit einem Bauteil, das regelmäßig produziert wird: eine komplexe Halterung mit Taschen, Bohrungen und Fasen. Die Konstruktion öffnet das Modell, und die Programmierer schauen direkt mit in dieselbe Datenbasis. Ohne Umwege erkennt das CAM-System die Geometrieelemente automatisch: Taschen, Durchgangsbohrungen, Senkungen. Die passende Bearbeitungsmethode lässt sich mit einem Klick zuweisen.

Schon am ersten Tag macht sich das bemerkbar: Änderungen sind keine Störung mehr, sondern Teil des digitalen Fertigungsprozesses. Und die Produktion erhält Programme, die wirklich zur aktuellen Geometrie passen – nicht zu einer alten Datei, die irgendwo auf dem Desktop lag.

Schritt 4: Simulation und virtuelle Fertigung nutzen.

In der Werkstatt steht heute ein besonders komplexes Bauteil an. Früher hätte diese Aufgabe bei allen für Nervosität gesorgt – zu viele enge Radien, zu viele potenzielle Kollisionspunkte. Doch dieses Mal beginnt die Arbeit nicht an der Maschine, sondern am digitalen Zwilling.

Noch bevor ein Span fällt, läuft die komplette Bearbeitung virtuell ab: Zustellungen, Werkzeugwege, Rückzüge, Schwenkbewegungen der 5 Achs-Maschine. Das Team erkennt mögliche Probleme in der Simulation, lange bevor sie Realität werden.

Ein besonders eindrucksvoller Moment entsteht, als die Simulation anzeigt, dass die Haltergeometrie an einer Stelle fast kollidiert. Millimeterarbeit. Früher hätte das zu einem riskanten Testlauf geführt. Heute führt es zu einer sauberen Anpassung der Anfahrbewegung – und die Simulation bestätigt sofort: grün, alles sicher.

Und genau hier beginnt die eigentliche Stärke der virtuellen Fertigung: Müller CNC Solutions arbeitet nicht nur sicherer, sondern auch intelligenter. Strategien, Werkzeuge und Daten spielen zusammen, bevor es überhaupt an die reale Maschine geht.

Schritt 5: Abläufe automatisieren und digitalisieren.

Bei Müller CNC Solutions wird nicht mehr dort optimiert, wo es theoretisch schön klingt, sondern genau da, wo täglich Minuten verloren gehen. Die Bereitstellung der NC-Programme läuft nun zentral: Jede Maschine greift auf freigegebene Versionen zu, ohne USB-Sticks und ohne die Frage, welche Datei „wirklich die richtige“ ist. Gleichzeitig sind Werkzeug- und Materialbestände im Dashboard sichtbar. Der Blick an den Schrank zeigt sofort, was verfügbar ist, Fehlbestände werden automatisch gemeldet und Bestellungen rechtzeitig angestoßen – bevor Stillstand entsteht. 

Wie sich das anfühlt, zeigt ein typischer Tag: Ein Eilauftrag trifft kurz vor Schichtbeginn ein. Früher begann jetzt die Suche – nach Werkzeugen, Spannmitteln, Material, Programmen. Heute öffnet die Arbeitsvorbereitung das digitale Cockpit und sieht auf einen Blick: Werkzeug vorhanden, Spannmittel definiert, Rohmaterial da, Programm freigegeben. Keine Hektik, keine Laufzettel, kein Zurufen quer durch die Halle. Nach wenigen Handgriffen startet die Maschine; zwanzig Minuten nach Auftragseingang läuft der erste Schnitt.

Automatisierung bedeutet hier nicht „alles auf einmal“, sondern gezielte Entlastung. Ein einziger, sauber eingeführter Schritt – etwa die zentrale NC-Freigabe – reduziert Medienbrüche, vermeidet Verwechslungen und schenkt dem Team spürbar Zeit. Diese Zeit fließt direkt in das, was wirklich zählt: präzise Bearbeitung, stabile Prozesse und eine Fertigung, die auch unter Druck souverän bleibt.

Schritt 6: Qualität sichern und kontinuierlich verbessern.

Wenn heute bei Auftrag 217 eine Passbohrung knapp außerhalb der Toleranz liegt, entsteht kein Alarm, sondern ein geregelter Ablauf: In einer kurzen Abstimmung wird die Simulation geöffnet, Werkzeugweg und Geometrie geprüft und die Ursache gefunden: eine Schlichtoperation mit alten Werten. Die Korrektur dauert Minuten, der nächste Lauf passt.

Damit es nicht bei Einzelfällen bleibt, gibt es am Ende jeder Woche eine zehnminütige Gesprächsrunde. Ohne Folien, ohne Formalien – nur der Austausch darüber, was besser geht. Ein Werkzeug verschleißt auffällig? Standzeitregel anpassen. Eine Strategie liefert konstant gute Ergebnisse? In die Vorlage übernehmen. Ein Spannkonzept erleichtert das Rüsten? Sofort dokumentieren und standardisieren. So werden kleine Beobachtungen zu dauerhaften Verbesserungen: Prüfpläne werden präziser, Vorlagen robuster, Wiederholfehler seltener – und das System lernt spürbar.

„Früher wirkte jeder Fehler wie persönliches Scheitern. Heute ist er der Startpunkt für Fortschritt“, sagt ein Mitarbeiter. Genau dieser Umgang schafft Vertrauen und Tempo: Hinweise werden offen geteilt, Lösungen gemeinsam getragen, Wissen fließt in Standards, statt in Köpfen zu verschwinden. Kontinuierliche Verbesserung ist hier keine Zusatzaufgabe, sondern gelebte Routine – und macht die Fertigung Woche für Woche stabiler und schneller.

Kleine, konsequente Schritte – große, nachhaltige Wirkung.

Zukunftsstarke CNC‑Prozessoptimierung entsteht nicht durch die eine große Anschaffung, sondern durch konsequent verknüpfte Schritte: Transparenz statt Vermutung, standardisierte Werkzeuge, ein durchgängiger CAD/CAM-Fluss, virtuelle Absicherung am digitalen Zwilling, zentrale NC‑Freigabe und gelebte Qualität im Prozess.

Genau so hat Müller CNC Solutions Hektik in Durchsatz verwandelt: weniger Sucherei, weniger Stillstand, weniger Wiederholungsfehler – dafür stabile Abläufe, schnellere Programmierung und sichere Maschinenstarts.

Wählen Sie jetzt eine Stelle, die sichtbar bremst, schaffen Sie Klarheit, setzen Sie Standards und automatisieren Sie gezielt den Handgriff, der täglich Zeit frisst. Wenn das Team den Effekt spürt, wird Verbesserung zur Routine – und Ihre CNC-Fertigung bleibt morgen wie heute wettbewerbsfähig. Wir unterstützen Sie gerne dabei!

Jennifer Lang Bechtle PLM
Jennifer Lang
Redakteurin
Mit über 12 Jahren Erfahrung im Engineering und Manufacturing konzentriert sich Jennifer auf Lösungen für die Industrie 4.0, damit Sie den digitalen Wandel erfolgreich meistern.
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