26.01.2026
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Darum ist 2D nicht tot: Die wichtigsten 2D-CAD-Vorteile im Überblick.

Seit Jahren hört man die gleiche Prognose: „Früher oder später wird 3D die 2D-Zeichnungen vollständig ersetzen.“ Unsere Erfahrung zeigt das Gegenteil. 2D-CAD ist nicht veraltet – im Gegenteil. Es bleibt ein zentraler Baustein in Entwicklung, Fertigung und Dokumentation.
Jennifer Lang Bechtle PLM
Jennifer Lang
Illustration von drei Personen, die vor einer großen Kombination aus Glühbirne und Fragezeichen stehen und gemeinsam über eine Idee oder Lösung diskutieren.

3D‑Modelle sind super für Entwicklung, Simulation und Visualisierung. Sie machen Produkte erlebbar und helfen in frühen Designphasen enorm. Aber wenn es darum geht, Entscheidungen festzuhalten, Abläufe zu erklären oder rechtssicher zu dokumentieren, führt kein Weg an 2D vorbei.

Was ist 2D‑CAD – und worin liegt der Unterschied zu 3D‑CAD?

2D‑CAD ist eine Software für zweidimensionale technische Zeichnungen. Sie zeigt Objekte in Länge und Breite – also klassische Ansichten wie Grundrisse, Schnitte oder Draufsichten. Der wichtigste Unterschied zu 3D‑CAD: 2D zeigt Flächen, 3D zeigt Körper. 3D bildet komplette digitale Modelle mit Tiefe ab – drehbar, simulierbar, prüfbar.

2D‑CAD in der Praxis: Typische Einsatzbereiche.

Wer in einer Werkhalle, auf einer Baustelle oder im Maschinenbau unterwegs ist, sieht es sofort: 2D‑CAD-Einsatzbereiche gibt es ohne Ende. 2D‑Pläne hängen an Montageplätzen, liegen in Mappen oder in Besprechungen – und werden täglich genutzt.

Typische 2D‑CAD-Einsatzbereiche sind zum Beispiel:

  • Lagepläne für ganze Werksgelände oder Anlagen
  • Montage-, Detail- und Explosionszeichnungen
  • Schnitte und Ansichten, die in 3D oft mühsam zu navigieren wären
  • Hydraulik- und Pneumatikschemata
  • Fabriklayouts mit Maschinen, Wegen, Mediensträngen
  • Grundrisse und Gebäudetechnik
  • Prozess- und Instrumentierungsdiagramme (P&ID)
  • Feuerwehr-, Flucht- und Rettungswegepläne

Diese Vielfalt zeigt: 2D‑CAD ist nicht veraltet, sondern extrem praktisch. Für viele Aufgaben ist es das effizienteste Werkzeug – schneller, klarer und leichter teilbar als ein 3D‑Modell.

2D‑CAD als Wissensspeicher: Jahrzehnte an Erfahrung.

In den Archiven vieler Unternehmen liegt ein immenses Vermögen – nicht in Gold, sondern in Zeichnungen. Oft handelt es sich um Millionen von 2D‑Zeichnungen, die über Jahrzehnte entstanden sind. Darin stecken dokumentierte Designentscheidungen, Bemaßungen, Toleranzen, Normsymbole, Varianten und Änderungsstände – Wissen, das nicht verloren gehen darf.

Eine komplette Migration nach 3D wäre nicht nur teuer, sondern riskant. Viele Informationen aus alten Zeichnungen lassen sich technisch gar nicht sauber ins 3D übertragen, weil sie historisch gewachsen oder nicht vollständig parametrisch strukturiert sind.

Warum 2D im Alltag oft die bessere Wahl ist.

2D zeigt seine Stärken genau dort, wo es im Alltag drauf ankommt: schnell verstehen, klar kommunizieren, sicher zusammenarbeiten. Ob einfache Skizze, komplexe Anlage oder Abstimmung mit vielen Beteiligten – es löst Situationen, in denen 3D oft zu viel, zu schwer oder zu umständlich ist.

  • Schnell im Alltag.
    Wenn etwas geprüft, gezeigt oder abgestimmt werden muss, greifen viele automatisch zu einer 2D‑Zeichnung. Sie ist sofort verständlich – auch für Menschen, die nicht täglich mit CAD arbeiten. Das spart Zeit und verhindert Missverständnisse.
  • Übersichtlich bei komplexen Aufgaben.
    Je größer eine Anlage wird, desto schwerer lässt sie sich im 3D‑Modell navigieren.
    Ein 2D‑Plan reduziert die Komplexität und zeigt das Wesentliche: eine Ebene, ein Schnitt, ein Zusammenhang.
  • Robust in der Zusammenarbeit.
    Nicht alle Partner nutzen dieselbe Software. Nicht jeder öffnet ein 3D‑Modell – schon gar nicht in der Werkstatt oder draußen auf der Baustelle. 2D‑Zeichnungen funktionieren immer: leicht, robust, schnell teilbar, überall lesbar.

Rechtssicherheit: Ein zentraler 2D-CAD-Vorteil.

In vielen Branchen gilt: Was nicht eindeutig dokumentiert ist, gilt im Zweifel als nicht gemacht. Genau deshalb spielt 2D bei rechtlichen Anforderungen eine zentrale Rolle. Hersteller sind verpflichtet, Maße, Toleranzen und technische Entscheidungen so festzuhalten, dass sie auch Jahre später noch eindeutig nachvollzogen werden können.

2D‑Pläne zeigen Informationen klar, eindeutig und ohne Interpretationsspielraum. Jede Bemaßung, jeder Hinweis, jeder Stempel ist direkt sichtbar – ohne Zoomen oder Ebenenwechsel. Prüfer:innen, Behörden und Auditor:innen verlassen sich darauf, weil die Darstellung stabil bleibt und sich revisionssicher archivieren lässt. Dokumente müssen sofort verfügbar sein. Ein Plan auf Papier oder als PDF ist in Sekunden prüfbar. Genau so muss rechtssichere Dokumentation funktionieren.

2D-CAD spart Kosten.

2D‑CAD wirkt oft unspektakulär, spart aber im Alltag richtig Geld und Zeit. Viele Aufgaben brauchen kein 3D‑Modell, sondern eine Darstellung, die jeder sofort versteht. Das reduziert Rückfragen, Abstimmungsrunden und Fehler – und macht ganze Teams deutlich schneller.

Zudem sind 2D‑Tools einfacher zu bedienen und günstiger in der Anschaffung. Auch die Hardwareanforderungen sind niedriger. Dadurch können viel mehr Menschen im Prozess mitarbeiten, ohne lange Schulungen oder teure Systeme.

Typische Vorteile:

  • schneller – klare Pläne, weniger Schleifen
  • kostengünstiger – geringere Lizenz‑ und Hardwarekosten
  • leicht zu schulen – ideal für Nicht‑CAD‑Profis
  • breit einsetzbar – funktioniert in fast allen Abteilungen
  • weniger Reibung – klare Kommunikation spart Zeit und Geld

2D und 3D müssen zusammenarbeiten.

Aus Projekten zeigt sich klar: Unternehmen wollen 2D nicht ablösen, sondern mit 3D sinnvoll verbinden. 3D ist stark für Simulation, Varianten, Visualisierung und digitale Zwillinge. 2D punktet bei Fertigung, Montage, Schemata und überall dort, wo klare und rechtssichere Dokumentation zählt. Damit das reibungslos funktioniert, braucht es eine saubere Datenstrategie: klare Schnittstellen, konsistente Normen und die Möglichkeit, 2D zuverlässig und automatisiert aus dem 3D‑Modell abzuleiten. Entscheidend ist nicht, welches Format „gewinnt“, sondern wie gut beide zusammenarbeiten.

Unser Tipp.

Nicht jede 2D-Software ist gleich. Warum DraftSight im Vergleich zur AutoCAD-Lizenzierung oft die bessere Wahl ist, lesen Sie in einem anderen Blogbeitrag.

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Jennifer Lang
Redakteurin
Mit über 12 Jahren Erfahrung im Engineering und Manufacturing konzentriert sich Jennifer auf Lösungen für die Industrie 4.0, damit Sie den digitalen Wandel erfolgreich meistern.
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